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Königsgrube

Eröffnung & Festakt: 30.3.2025, 15.00 Uhr, permanente Installation Hofstrasse 24 (Eingang Park), 44651 Herne Röhlinghausen, DE

ein Projekt von Markus Jeschaunig

Markus Jeschaunig im Gespräch mit Britta Peters, künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr
Musikalischer Beitrag: Sam Auinger 

Ein ehemaliges Pumpwerk einer stillgelegten Zeche wird zur Installation, der Name bleibt und klingt verheißungsvoll: Königsgrube. Vergangenheit und Zukunft bestimmen Markus Jeschaunigs Arbeit, in der er Fragmente des abgebrochenen Gebäudes in eine hybride Landschaft verwandelt. Von 1860 bis 1967 war der Steinkohleabbau der Zeche Königsgrube in Herne-Röhlinghausen überaus ertragreich, dann war das schwarze Gold gehoben, die Erde blieb ausgelaugt und durchlöchert mit Bergsenkungen bis zu 10 Metern zurück. Das Pumpwerk hatte die Aufgabe, die Abwässer der umliegenden Gemeinden in den Hüllerbach und von dort in die Emscher zu leiten. Mit Ende des Kohleabbaus wurde eine unterirdische Entsorgung möglich und das Pumpwerk stillgelegt.
Auf dem teils verfüllten Fundament lässt Markus Jeschaunig eine Installation entstehen, die verschiedene Elemente des Gebäudes skulptural integriert: Ein Teil einer Treppe bleibt erhalten, drei Rohre ragen hoch empor und bilden einen solarbetriebenen Brunnen; Wassertropfen und Klänge dringen daraus hervor. Wo vormals das über 12 Meter tiefe Klärbecken war und Regenwasser nicht natürlich versickert, entsteht ein Bruchwald, ein Biotop aus 6 vorgezogenen Schwarzerlen, das es feucht mag und an die Auenlandschaften entlang der Emscher in vorindustriellen Zeiten erinnert. Auf dem befestigten Vorplatz wird örtliches Regenwasser über Rinnen in einer Zisterne aufgefangen und ermöglicht zusammen mit der Photovoltaik-Pergola einen komplet autarken Betrieb.
Als künstlerisch überformte Ruine weist Jeschaunigs Werk sowohl auf die großartigen Technologien als auch auf die enorme ökologische Zerstörung hin, die der Bergbau mit sich brachte, und zeigt gleichzeitig einen Weg auf, wie neues Leben und klimapositive Orte in der Stadt entstehen kann.

Maße Bruchwald 13,1 x 11,70 m
Maße Gesamtfläche 24,90 x 21,60 m
Tiefe hinterfüllter ehemaliger Pumpraum 12,50 m
Klanginstallation, Rohrskulptur, Brunneninstallation

ein Projekt im Rahmen von: Emscherkunstweg / Emscher Art Trail

https://emscherkunstweg.de/kunstwerk/koenigsgrube/ 
 

Foto: D. Sadrowski